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350. Marathon Joyce Hübner Städtetrip am 16.05.2026


Lost in Joyce’s Adventures

25 Tage nach meiner Erstbegleitung von Joyce ergibt sich eine  zweite, logistisch noch deutlich bessere Möglichkeit, an ihrem Projekt “Städtetrip” teilzunehmen. In meinem ersten Bericht habe einiges Grundsätzliche zu diesem niedergeschrieben, weshalb ich mich heute auf das aktuell zu Erzählende beschränken kann.

Nur eine halbe Stunde entfernt liegt der heutige Startpunkt im Unkeler Stadtteil Scheuren, unmittelbar am Rhein. Erneut ist Anke mit von der Partie und wird sich wie ich in Joyce Adventures stürzen.
 

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Lost


Dieses Bild sagt mehr als tausend Worte, zu den Einzelheiten jedoch später. Gegen 8:45 Uhr treffen wir in der Erwartung ein, heute Teil einer größeren Mannschaft zu sein, denn die Gelegenheit, sie zu begleiten, ist günstig: Es ist Samstag, in den ersten drei Vierteln flaches Terrain und  ordentliches Wetter  auch vorhergesagt. Zu unserer Überraschung, sind wir zunächst lediglich zu siebt: Neben der Protagonistin, ihrer Berliner Freundin Steffi, Arno Windheuser von der LG Laacher See, Anke und mir beginnen nur eine weitere Läuferin und eine Radfahrerin. Die beiden Letzteren werden zwischendurch wieder aussteigen. Natürlich ist auch der Praktikant wieder vor Ort, das Einchecken geht genauso schnell vonstatten wie beim letzten Mal, allerdings ohne Vorrede durch ihn. Uns kann das egal sein, wir sind ja schon Profis.
 

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Die malerische  Unkeler Rheinfront ist leider teilweise wegen Bauarbeiten gesperrt, weshalb wir uns über den nicht minder attraktiven Friedhof und die hübsche Innenstadt bewegen. Bedauerlicherweise geht es nicht durch das tolle Fachwerkörtchen Erpel hindurch, sondern am Rhein vorbei, was uns aber Gelegenheit zu einigen geschichtlichen Ausführungen zur ehem. Ludendorff-Brücke, eben der berühmten Brücke von Remagen, zu geben. Natürlich ist angesichts der verbliebenen Brückentürme auch zum dort jährlich aufgeführten Theaterstück etwas zu sagen. Selbstverständlich ist die Erpeler Lay mit ihren Oster- und Nikolausläufen - Gott hab’ sie selig! - ein Thema.
 

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Tatsächlich ist das Tempo, allerdings nicht wirklich überraschend, vergleichsweise hoch. Der km-Schnitt liegt kaum über  sechs Minuten, das Gelände und ihre überragende Fitness lassen das locker zu. Die Begleitung muß halt sehen, wie sie parat kommt. Damit das Ganze auch in der Presse die gebührende Aufmerksamkeit erfährt, habe ich Jörg Niebergall, die Karla Kolumna unserer Rhein-Zeitung alarmiert, und ihm aus Praktikabilitätsgründen unseren Live-Standort per WhatsApp geschickt. Doch beim ersten VP, wo er hätte stehen sollen, nämlich in Linz, ist keine Spur von ihm zu sehen. Dann muß es halt ohne ihn stattfinden, schade. Doch zu früh bedauert, an der Linzer Rheinfront sehe ich sein dickes Teleobjektiv zu spät, um einen entspannten Gesichtsausdruck aufzusetzen. “Ich hab’ mein Handy vergessen!” schallt es uns entgegen. Was für ein Tünnes! In Leubsdorf, unserem nächsten Zwischenziel, will er nochmal stehen und uns auflauern.
 

Leubsdorf Marathon... (39) Leubsdorf Marathon... (51)


Nachdem das zu seiner und wohl auch unserer späteren Zufriedenheit erledigt ist, können wir quasi unbeschwert unseren Weg fortsetzen, der uns nach einem weiteren VP zur Bad Hönninger Fähre führt. Ein möglicher Abstecher in die Campingklause Bad Hönningen findet verständlicherweise, aber trotzdem zu meinem Bedauern, nicht statt. Kaum angekommen, setzt uns die Fähre schon nach Remagen auf die andere Rheinseite über.
 

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Am anderen Ufer geht’s , da immer noch flach, genauso flott weiter. Ich merke, daß die Regeneration vom sonntäglichen Marathon in Duisburg nur unvollständig ist, es fällt mir nicht so leicht, wie ich es gerne hätte. Aber was hilft das innerliche Gejammer, ich muß weiter voranschreiten und gute Mine machen. Natürlich ist auch Bad Breisig angenehm anzuschauen, zudem die Gesellschaft der anderen nett und daher ist es kurzweilig. Und schon überqueren wir die Ahrmündung und biegen landeinwärts in Richtung Bad Bodendorf ein. Unterwegs gibt eine ortskundige Begleiterin einiges zum katastrophalen Hochwasser zum Besten. Es ist heute kaum vorstellbar, daß u.a. die Kläranlage bis auf den obersten Teil der Kuppe geflutet war. Das Ausmaß der Zerstörungen ist glücklicherweise kaum noch zu erkennen.
 

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Parallel der Ahr erreichen wir Bad Bodendorf und durchqueren den Ort, dessen Innenbereich ich bisher noch nicht besucht hatte. Danach ist Schluß mit lustig, heißt: Es geht in den Wald, und zwar aufwärts, die Masse der heutigen 390 Höhenmeter ballen sich auf den letzten dreizehn km. Gefühlt geht es kreuz und quer durch die Botanik. Steffi sieht den ganz schmalen Pfad nach rechts, den wir nehmen müssen, und der im hohen Gras kaum zu entdecken war. Und es kommt, wie es kommen mußte: Der gerade noch sichtbare Weg ist plötzlich nicht mehr vorhanden, wir finden uns zwischen umgestürzten Bäumen und hüfthohen Brennnesseln wieder. Willkommen bei Joyce Adventures! Das rettet uns allerdings nicht davor, umdrehen und uns einen anderen, tatsächlichen Weg suchen zu müssen, was letztlich auch gelingt.
 

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Die finalen km, auch unterhalb der Autobahnen 61 und 573, wo tatsächlich Häuser stehen, fordern mich nochmals enorm, da die Madame keine Gnade kennt, weshalb auch? Durch verschiedene kleine Orte der Grafschaft sehen wir dann endlich Gelsdorf, unser Ziel, wo u.a. Ankes Mann Philipp mit deren Kindern steht, uns einsammelt und wieder nach Hause bringt. Natürlich erst, nachdem das schon obligatorische bleifreie Radler geleert wurde. Ich bin froh, morgen nicht laufen zu müssen, Joyce wird, wie selbstverständlich, ihren 351. Marathon von 495 absolvieren. Respekt!
 

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Fotos: Sven Dünnwald, Anke Lay, Jörg Niebergall (Rhein-Zeitung).

Natürlich haben die beiden auch wieder ein Video dieses Tages produziert. Am Folgetag finde ich im Video Erwähnung.

Jörg Niebergall hat geliefert, leider war der Textumfang limitiert.