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31. The Great 10 k in Berlin
 

Auf ein Neues!

Die Ministerin rief und wir kamen. Erstmals sollten im vergangenen Jahr so viele Bundeswehrangehörige wie möglich, gut an ihrem einheitlichen Auftreten im Flecktarnshirt erkennbar, an einem Volkslauf werbewirksam teilnehmen. Dies gelang, wie zahlreiche Zuschauer in Berlin beim Lauf vom und zum Charlottenburger Schloß beobachten konnten. Reisebeihilfe wurde großzügig gewährt, also stand einer Wiederholung nichts im Wege. Insbesondere nicht, weil die beste Ehefrau von allen noch nie in Berlin gewesen war und diese Scharte auf preiswertem Wege auswetzen konnte.

So schwebten wir mit Eugen im Schlepptau am Freitagnachmittag in Tegel ein, und mit einem 48 Stunden-Nahverkehrsticket ausgestattet stand einer eingehenden Erstbesichtigung nichts im Wege. Auf dem Programm standen zunächst Reichstag (mit nächtlichem Besuch der Kuppel), Pariser Platz und Brandenburger Tor, wobei wir zufällig das Festival der Lichter erwischt hatten, bei dem einige markante Gebäude äußerst kreativ illuminiert werden. Der Folgetag hatte alles, was zwischen Ku’damm und Alexanderplatz Rang und Namen hat, für zumindest eine Kurzvisite in Petto.
 

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Gedächtniskirche, KaDeWe, Potsdamer Platz, Tiergarten, Hotel Adlon, “Unter den Linden”, Dom, Hackesche Höfe, Spree, Museumsinsel, Nikolaiviertel, Gendarmenmarkt - auf jeden Fall genug um sicher zu sein, daß es für sie bei diesem Erstbesuch unter traumhaften Wetterbedingungen nicht bleiben wird. Natürlich durfte auch die Berliner Currywurst nicht fehlen. Da wir gerade bei der perfekten Laufvorbereitung sind: Die Pastaparty meinerseits bestand aus einer 1 kg-Schweinshaxe. Ohne Beilagen, versteht sich. Wer braucht schon Kohlenhydrate?
 

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Zahlreiche Stars sind dabei: Neben pfeilschnellen Afrikanern (der Sieger wird mit 27:21 min. die drittschnellste in diesem Jahr weltweit gelaufene 10 km-Zeit erreichen) z.B. Alina Reh, am letzten Sonntag noch Gewinnerin des Halbmarathons in Köln, sie wird eine PB erzielen und einen neuen Deutschen U 23-Rekord aufstellen. Arne Gabius gibt sich den letzten Test vor Frankfurt in zwei Wochen und Turn-Rentner Fabian Hambüchen übt sich im Laufen.

Für uns geht es um Punkt 12 Uhr los. Eugen und ich stehen im B2-Block für Zielzeiten zwischen 45 und 50 Minuten, mit 48 Minuten hatten wir uns angemeldet. Auf der breiten Otto-Suhr-Allee können wir bereits nach einem guten km frei laufen. Zum Richard-Wagner-Platz sind es exakt zwei km, die ich in jeweils 4:33min. abspule, gleichmäßiges Laufen ist problemlos möglich. Unbemerkt überquere ich die Spree und bin nach 3 km (4:37 min.) am Eingang des Tiergartens, wenn man so möchte, Berlins Central Park. Weit voraus kann ich die “Goldelse”, die Siegessäule erkennen, der ich mich auf der Straße des 17. Juni zügig nähere (4:39 min.). Nach genau vier km wird an ihr rechts abgebogen, und über die Hofjägerallee erreichen wir die Wechselstelle der Staffeln bei km 5 (4:44 min.). Ja, 10 km kann man sich tatsächlich auch teilen. Der Landwehrkanal ist überquert und nach einem scharfen Rechtsknick befinden wir uns im Zoo! Tatsächlich sind wir einen guten Dreiviertelkilometer in ihm unterwegs.

Am Zooeingang feuert uns eine Percussionband an, und auch schon vorher hat es an lautstarker Unterstützung mancher Zuschauer nicht gemangelt. An km 6,5 (6. km in 4:48 min.) wird verpflegt, zwei Schlucke Wasser nehme ich gerne. Die Temperatur beträgt, für Mitte Oktober mehr als ungewöhnlich, schon deutlich über 20 Grad. Der Bahnhof Zoo und die Gedächtniskirche bieten neben vielen beeindruckenden Häuserfassaden reichlich Abwechslung fürs Auge. Km 7 ist nach 32:36 min. erreicht und so ganz langsam beginnen sich die gestern und vorgestern Abend zusammen bestimmt 20 gegangenen km bemerkbar zu machen. Oder sollte die Haxe vielleicht doch suboptimal gewesen sein? Jedenfalls werde ich deutlich langsamer und muß so manche Mitstreiter ziehen lassen. Übertreiben will ich es aber angesichts des am kommenden Samstag anstehen Marathons im Sauerland auch nicht und kitzele daher nicht das Allerletzte heraus.
 

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Nach acht km stehen 37:23 min. zu Buche, das sollte sich mit den ins Auge gefaßten 48 min. Gesamtlaufzeit ausgehen, wie Freund Herbert sagen würde. Für den neunten km brauche ich dann schon über fünf Minuten, aber auf der Schlußgeraden kann ich nochmal ein klein wenig anziehen und bin nach 47:33 min. unter dem weißen Zielbogen hindurch erfolgreich zum Charlottenburger Schloß zurückgekehrt. Nachdem alle wieder zusammengefunden haben, bleibt uns genügend Zeit, in der prallen Sonne zu regenerieren und den Lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen. Die erneute Teilnahme war eine feine Sache. Unter Umständen ... wer weiß das schon?

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Und wen treffen wir auf dem Rückflug? Ein toller Zufall läßt uns im gleichen Flieger von unterschiedlichen Unternehmungen zurückkehren, bevor Andre und ich Henry und Paul am nächsten Morgen schwer bepackt am Frankfurter Flughafen ins Flugzeug nach Nairobi setzen.
 

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Letzte Änderung am Montag, 15. Oktober 2018